Corona-Betrug: Der Staat setzt auf große Wirtschaftskanzleien zur Rückforderung veruntreuter Hilfen
Die Corona-Pandemie hat nicht nur gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen hinterlassen, sondern auch erhebliche finanzielle Schäden verursacht. Besonders gravierend ist der Missbrauch von Corona-Hilfen durch Betrüger. Wie Recherchen von ZDF-"frontal" aufdecken, wurden seit 2020 bundesweit mehr als 26.000 Verfahren wegen Subventionsbetrugs eingeleitet. Nun geht der Staat in die nächste Phase der Aufarbeitung und setzt dabei auf namhafte Wirtschaftskanzleien, um die Rückforderungen effektiv durchzusetzen.
Milliardenschaden durch Corona-Betrug
Nach aktuellen Ermittlungen liegt der Schaden durch Subventionsbetrug bei mindestens 600 Millionen Euro. Besonders betroffen sind nicht nur klassische Corona-Soforthilfen, sondern auch Abrechnungen von Testzentren. Während die offiziellen Zahlen derzeit noch auf einer Schadenshöhe von 514 Millionen Euro basieren, gehen Experten von einer tatsächlichen Summe von bis zu zwei Milliarden Euro allein durch Betrug bei Teststationen aus.
Wirtschaftskanzleien übernehmen Rückforderungsverfahren
Um die immensen Schäden für den Steuerzahler zu begrenzen, hat der Staat renommierte Wirtschaftskanzleien beauftragt, die Prüfung der sogenannten Abschlussrechnungen vorzunehmen und Rückforderungsverfahren einzuleiten. Die Bundesregierung erhofft sich dadurch eine Rückzahlung von bis zu 700 Millionen Euro. Die Prüfungen erstrecken sich über die nächsten Jahre, wobei belastbare Zahlen erst Ende 2026 erwartet werden.
Juristische Konsequenzen und erste Erfolge
Neben den zivilrechtlichen Rückforderungen laufen zahlreiche strafrechtliche Ermittlungen. Mehr als 1.200 Verfahren betreffen allein betrügerische Testzentren, bei denen systematisch falsch abgerechnete Tests zu Millionenschäden führten. Die Behörden arbeiten eng mit den beauftragten Kanzleien zusammen, um betrügerische Unternehmen haftbar zu machen und unrechtmäßig erhaltene Gelder zurückzuholen.
Politische und gesellschaftliche Konsequenzen
Die Enthüllungen werfen erneut Fragen zur Kontrollstruktur während der Pandemie auf. Der ZDF-Themenschwerpunkt "5 Jahre Corona" beschäftigt sich in verschiedenen Magazinsendungen mit den Versäumnissen und Lehren aus der Krise. Die mangelnden Prüfmechanismen bei der Vergabe der Hilfsgelder haben es Betrügern erleichtert, an staatliche Mittel zu gelangen. Die aktuelle Rückforderungsoffensive zeigt jedoch, dass der Staat nun konsequent gegen Missbrauch vorgeht.
Der Videobeitrag von ZDF-"frontal" liefert dazu detaillierte Einblicke und zeigt auf, wie die Ermittlungen voranschreiten und welche Hürden bei der Durchsetzung der Rückforderungen bestehen.
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